Die Feier des 110jährigen Bestehens

Da, bedingt durch den 2. Weltkrieg, die Feier des l00jährigen Stiftungsfestes nur in einem bescheidenen Rahmen gehalten werden konnte, beschloß man, das 110jährige Bestehen um so würdiger zu feiern. Es wurde die Durchführung einer Festwoche vom 30. Juni - 6. Juli 1953 beschlossen. Zudem wartete man mit der Herausgabe einer Festzeitschrift auf, in der mit dem Beitrag von Hans Hilberath „110 Jahre Männergesang in Erkelenz" in anschaulicher Weise ein beredtes Zeugnis der Vereinsgeschichte dokumentiert wurde.


Eröffnet wurde die Festwoche mit einem Konzert des Jubelvereins, bei dem Heinrich Kuppinger, Tenor, und Konzertmeister Karl Lange, Violine, mitwirkten. Dieses Konzert entsprach höheren Ansprüchen und stand auf einem recht guten Niveau! Das Dirigat des „Städtischen" hatte zu dieser Zeit Luitpold Meyer aus Rheydt. In einem Konzert ein Jahr vor dem Jubeljahr, mit Werken von Bach bis Strauß, hatte er bereits sein Können unter Beweis gestellt.


Eine Bereicherung der Festwoche war das Konzert des Neusprachlichen Gymnasiums am 2.7.1953, das in fein abgestimmter Weise vocale und instrumentale Musik zu Gehör brachte. Die musikalische Leitung dieses Konzertes lag mit Oberstudienrat Hans Hilberath in ausgezeichneten

Händen.


Den 4. Juli 1953 eröffnete man mit einem vorzüglichen Platzkonzert der "Harmonie Pankratius" Kerkrade. Am gleichen Abend gestaltete man den Festabend unter Mitwirkung des „Schubertbund" Aachen, der „Harmonie Pankratius" Kerkrade sowie des „Städtischen". Verbunden mit diesem Festabend war eine Jubilarehrung und die Weihe einer neuen Fahne. Die Festansprache hielt der Protektor der Festwoche, Stadtdirektor Alois Jost. An den offiziellen musikalischen Teil schloß sich ein gemütliches Beisammensein an.


Am Sonntag, dem 5. Juli, bereitete der Auftritt der „Koniklijke Zangvereniging St. Lambertus" Kerkrade den angespannt lauschenden Zuhörern einen besonderen Genuß. Nicht nur, daß dieser Auftritt die traditionelle Verbundenheit mit den holländischen Nachbarn zum Ausdruck brachte,

sondern auch die ausgezeichnete Wiedergabe chorischer Musik durch diesen Chor war ein besonderes Erlebnis. In allen Stimmen wie auch solistisch hervorragend besetzt, war dieses Vormittagskonzert ein einziger Ohrenschmaus. Als Reverenz an das überaus dankbare Publikum sang dieser Chor zu Beginn das Deutschlandlied.


Der Nachmittag des 5. Juli 1953 brachte den Höhepunkt und musikalischen Ausklang der Festwoche. Zu einem eindrucksvollen Festzug formierten sich 18 Gesangvereine, die unter klingendem Spiel durch die Straßen der Stadt Erkelenz zum Sportplatz zogen. Dieser Festzug, der sich durch die reich geflaggte Innenstadt bewegte, war nach einhelliger Meinung der Bürgerschaft der imposanteste Zug nach dem Kriege. Machtvoll erklang zum Beginn ein Massenchor von 500 Sängern auf dem Sportplatz. Anschließend gaben die teilnehmenden Vereine ihr Bestes. Den Abend beschloß man mit einem Festball im Festzeit, der noch einmal die Sänger und Bürger der Stadt zu einer großen Familie vereinte.


Geselliger Abschluß der Woche war ein Sänger- und Bürgerball am 6. Juli 1953 unter Mitwirkung der Kapelle Heinz Frings.


Zieht man ein Resümee dieser Festwoche, so bleibt im Nachhinein die dankbare Feststellung, daß unter der Führung des zu dieser Zeit amtierenden 1. Vorsitzenden Heinz Maags es wahrlich zu einer Manifestation des chorischen Gesangs in Erkelenz gekommen war. Das die Anteilnahme

ungleich größer war, als bei Veranstaltungen gleicher Art in heutiger Zeit, muß man heute dankbar vermerken. So optimal wie damals die Bevölkerung der Stadt Erkelenz auf dieses Ereignis reagierte, wäre heute mehr als wünschenswert.


Als positiven Nachhall auf das Jubelfest muß die Mitwirkung des „Städtischen" beim Konzert der „Sängervereinigung Venrath-Kaulhausen", im November 1954 in Venrath, angesehen werden. Die Sängervereinigung (heute nicht mehr bestehend), wie der „Städtische" fanden in der Presse bezüglich dieses Konzerts eine gute Kritik.


War es das Aufkommen des Massenmediums Fernsehen oder aber auch das Publikwerden des Fußballs, bedingt durch die gewonnene Weltmeisterschaft, daß das Vereinsieben trotz des erst kürzlich stattgefundenen 110jährigen Stiftungsfestes doch ein wenig verflachte. Von dem Trend,

der zu dieser Zeit allen Männerchören zu schaffen machte, blieb auch der „Städtische" nicht verschont. Zwar wurde 1954 ein Dirigentenwechsel vorgenommen, als Luitpold Meyer von Otto Jungblut abgelöst wurde, aber auch dies verlieh dem Vereinsieben nicht die entscheidenden Impulse, die man sich mit der Durchführung des 110jährigen Jubiläums versprochen hatte. Und so plätscherte das Vereinsleben ein wenig still daher, und es fehlte das Salz in der Suppe, welches nun einmal konzertante Aufführungen im musischen Leben eines Chores sind. Zwar waren die Aufgaben innerhalb des städtischen Bereichs noch immer vielfältig wenn es galt, bei Goldhochzeiten, Jubiläen befreundeter Vereine und sonstigen Anlässen aufzutreten, doch es fehlte das konzertante Singen, das seit jeher der Gradmesser des Leistungsstandes eines Chores ist. Lediglich im April 1961 führte man in der Stadthalle Erkelenz ein Konzert auf, zu dem man den Kammerchor aus Rheydt verpflichtet hatte.


Im Jahre 1963 löste Heinz Adrian den bis dahin amtierenden Dirigenten Otto Jungblut ab. Vorsitzender war inzwischen schon seit 1954 Horst Nessler der diesen Vorsitz bis 1976 inne hatte. Unter Heinz Adrians Leitung trat man am 8.6.1966 wieder mit einem Konzert an die Öffentlichkeit, das man zusammen mit der „Musikschule" Mönchengladbach recht erfolgreich gestaltete.


Im gleichen Jahr wurde im Oktober die Chorfeier des Grenzlandsängerkreises in der Stadthalle Erkelenz durchgeführt. Diese Chorfeier wurde in Verbindung mit der 1000-Jahr-Feier der Stadt Erkelenz veranstaltet. Man gestaltete sie in völlig neuer Form, indem man die 16 teilnehmenden Chöre in 4 Chorgruppen aufteilte. Der Vortrag der einzelnen Chorgruppen wurde durch Texte zweier Sprecher sinnvoll ergänzt und weiterhin durch Darbietungen einer Bläsergruppe aufgelockert. Zudem beteiligte man das Publikum durch Mitsingen von Volksliedern an diesem gelungenen Konzert.

 

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12.12.2017

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