Das 60jährige Stiftungsfest

Die Vorbereitung zum 60jährigen Stiftungsfest schien die Stagnation im Vereinsieben zu überwinden. Sie setzte Kräfte frei, die unter Leitung von Peter Joseph Hilberath, er hatte das Dirigat wieder übernommen, positive Erfolge zeitigte. So wurde ein „Nationaler Gesangwettstreit" veranstaltet. Zu diesem Wettstreit traten in der 1. Klasse MGV „Deutscher Sängerkreis", MGV „Apollo" Mönchengladbach und MGV „Frohsinn" Linnich an. In der 2. Klasse sangen um den Siegespreis: MGV „Eintracht" und MGV „Rheingold" aus Mönchengladbach, MGV „Liederkranz" Viersen, MGV „Gregorius" Heinsberg, MGV „Sängerbund" Wetschewell und der Kirchenchor Hückelhoven. Als versierte und sachkundige Preisrichter fungierten: Hoforganist Plag aus Düsseldorf, Domorganist Pütz aus Aachen und MD Heinrich Peters aus Gelsenkirchen.

 

Zur Begrüßung der auswärtigen Chöre sangen die vereinigten Chöre der Stadt unter Begleitung der Musikkapelle des Josefsvereins auf dem Marktplatz den Sängergruß von Aysslinger. Bürgermeister Hahn hielt die Begrüßungsrede. Vor dem Ehrensingen brachte der festgebende Verein Lachners „Hymne an die Musik" zu Gehör. Der rheinische Komponist E. Heuser hatte den Stundenchor „Waldkönig" eigens zu diesem Zwecke für die Vereine komponiert, die aus dem vorhergegangenen Ausscheidungssingen hervorgegangen waren. Zur Erarbeitung dieses Stundenchores hatten die Vereine eine Stunde Zeit (deshalb das Wort Stundenchor). Bei diesem Stundensingen errang den höchsten Ehrenpreis der MGV „Sängerkreis" Mönchengladbach. Die Verteilung der sehr wertvollen Ehrenpreise wurde am 2. Tag vorgenommen. Mit einem gewählten Programm sorgte der „Musikverein Erkelenz" für den gemütlichen Ausklang des diamantenen Stiftungsfestes.

 

Die Zeit nach dem 60jährigen Stiftungsfest

Wenn auch mancher Verein nicht ohne Neid auf den „Städtischen" schielte, gesehen auf den damaligen Aktivenstand von 50 Sängern, war der älteste Gesangverein der Stadt Erkelenz nicht ohne Konkurrenz. So bestanden neben der Gesangsabteilung des „Josephsvereins" noch der MGV "Glück-Auf", ein Werkschor sowie der MGV „Harmonie Eintracht", dem die Angestellten der „Bohr" angehörten, wie auch ein gemischter Chor, der von der Gesellschaft „Casino" gefördert wurde und weitere Chöre im Gebiet der Stadt Erkelenz. Davon waren einige doch sehr kurzlebig wie zum Beispiel der MGV „Harmonie Eintracht", der 1909 gegründet wurde und sich 1919 auflöste (das Auflösungsprotokoll sei an dieser Stelle veröffentlicht). Diese Zersplitterung der musikalisch Interessierten war doch recht erstaunlich bei einem Ort von der Größe Erkelenz und letztendlich der Sache nicht besonders dienlich. Leider ist über die musikalischen Tätigkeiten dieser Vereine doch recht wenig bekannt.

 

Den Vorsitz in diesen Jahren führten Heinrich Ropohl und Alexander Weinberg. Das Dirigat hatten in dieser Zeit Leo Hilberath als Nachfolger seines 1904 verstorbenen Vaters und MD Richard Keitel inne. Hochinteressant der Vereinsbericht, der das Vereinsjahr vom 1.4.1910 bis 1.4.1911 Revue passieren läßt, weil es der erste Jahresbericht des 2. Protokollbuches ist, das im Verein geführt wurde (auszugsweise veröffentlichen wir diesen Vereinsbericht).

 

Das 75jährige Bestehen, welches gewiß ein Anlaß zu würdigem Begehen und Feiern gewesen wäre, fiel in die Zeit des 1. Weltkrieges (1914-1918) und konnte aus diesem Grunde nicht gefeiert werden. Bedingt durch diese unruhigen Zeitläufe bestehen auch keine Unterlagen über die Zahl der Mitglieder in dieser Zeit. Es darf aber angenommen werden, daß die Zahl der Aktiven durch die Heranziehung zum Wehrdienst stark zurückging und so das Vereinsleben stark beeinträchtigte.

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12.12.2017

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